FINMA-genehmigtes Solvenzmodell, konzernweit produktiv.

Das Ansteckungsmodell quantifiziert für einen multinationalen Versicherer, wie sich Ausfälle und Ratingmigrationen über Beteiligungen, interne Rückversicherung und Garantien im Konzern ausbreiten und die regulatorische Solvenz jeder Rechtseinheit verändern.

Von verknüpften Bilanzen zur Solvenz je Rechtseinheit

Zur Bewertung der Gruppensolvenz musste der Versicherer nicht nur jede Rechtseinheit einzeln betrachten, sondern auch ihre gegenseitigen Abhängigkeiten. Beteiligungen, interne Rückversicherung und Garantien verbinden ihre Bilanzen. Ein Verlust oder Ausfall kann dadurch Eigenkapital und Solvenz mehrerer Rechtseinheiten zugleich verändern.

Das bereits bestehende Gruppenrisikomodell umfasst separate Risikomodelle, etwa für Marktbewegungen, Naturkatastrophen sowie Risiken aus dem Lebens- und Nichtlebensversicherungsgeschäft. Jedes dieser Modelle liefert eine Verteilung möglicher Auswirkungen. Das Gruppenrisikomodell aggregiert diese zu einer gemeinsamen Verteilung für alle Rechtseinheiten. Aus ihr werden die Bilanzszenarien vor Ansteckung gezogen.

Diese Ausgangsverteilung diente dem im Projekt entwickelten Ansteckungsmodell als Eingabe. Es bewertet die konzerninternen Positionen in jedem Szenario neu und wiederholt die Berechnung bis zu einem konsistenten Fixpunkt. So entsteht für jede Rechtseinheit eine Ergebnisverteilung einschliesslich der konzerninternen Folgewirkungen.

Der rechenintensive Kern des Ansteckungsmodells wurde als parallelisierte C++-Implementierung umgesetzt und direkt in den bestehenden R-basierten Prozess des Gruppenrisikomodells integriert. Dadurch liessen sich die konzerninternen Folgewirkungen über die gesamte Szenarioverteilung reproduzierbar berechnen. Die FINMA genehmigte das Ansteckungsmodell; es ist produktiv und wird konzernweit eingesetzt.

Swiss Solvency Test · früheres Gründerprojekt

Berechnung konzerninterner Solvenzeffekte

Die vier Schritte zeigen, wie die Ansteckungsberechnung aus der gemeinsamen Ausgangsverteilung des bestehenden Gruppenrisikomodells eine Verteilung einschliesslich konzerninterner Folgewirkungen berechnet. Drei Rechtseinheiten und 20 synthetische Szenarien illustrieren den Rechenweg.

Konzernstruktur

Eine Versicherungsgruppe besteht aus mehreren Rechtseinheiten. Jede hat eine eigene Bilanz. Beteiligungen, interne Rückversicherung und Garantien schaffen Forderungen und Verpflichtungen zwischen ihnen. Diese Beziehungen bestimmen, wie sich finanzielle Auswirkungen zwischen den Rechtseinheiten fortpflanzen. Für die Ansteckungsberechnung werden sie als Netzwerk abgebildet.

B
Rechtseinheit BBilanz im Detail
Vermögenswerte
Verbindlichkeiten + Eigenkapital
Externe Vermögenswerte
  • Staats- und Unternehmensanleihen
  • börsennotierte Aktien
  • Barmittel und Einlagen
Interne Vermögenswerte
  • Beteiligungen an anderen Rechtseinheiten der Gruppe
  • Forderungen aus interner Rückversicherung
  • Garantien anderer Rechtseinheiten
Externe Verbindlichkeiten
  • versicherungstechnische Rückstellungen
  • externe Schulden
Interne Verbindlichkeiten
  • Verpflichtungen aus interner Rückversicherung
  • Garantien an andere Rechtseinheiten
Eigenkapital
VermögenswerteVerbindlichkeitenEigenkapitalBeteiligungGarantieRückversicherung
Projektprofil
Projektkontext
Vor Nuitio
Monte-Carlo-SimulationFixpunktiterationRC++Swiss Solvency TestSolvency II
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